Großer kleiner Sandhügel

Ein Wort für das Wochenende in der Sossusvlei-Wüste? Atemberaubend. Definitiv. Und länger darüber nachgedacht sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Als undisziplinierter und konditionsloser Sportler (wenn man dazu überhaupt noch Sportler sagen darf), sollte man eine Düne mit einer gewissen Vorsicht genießen. Das kann ich jetzt zumindest aus eigener Erfahrung sagen und an ebenso übereifrige Dünenkletterer wie mich weitergeben. Den Satz: „Ha! Den kleinen Sandhügel bin ich doch locker in zwei Minuten hochgesprintet“, wird in Zukunft aus meiner Gedankenwelt verbannt. Denn der „kleine Sandhügel“ war in Wirklichkeit ein großes Monster und hatte es faustdick hinter den Ohren. Nachdem ich zwei Sekunden mit voller Motivation und elan gen Spitze gespurtet bin, war nach weiteren zwei Sekunden mein Sauerstoffvorrat aufgebraucht. Hitze, Sand und Wind (mit gefühlter Windstärke zwölf), hätten wirklich das Zeug zur Königsdisziplin im olympischen Sport. Natürlich habe ich es nicht bis an die Spitze geschafft. Und natürlich war meine Lunge auch die nächsten Minuten erst einmal damit beschäftigt, sich ausgiebig zu regenerieren. Trotzdem kann man der bösen. bösen Düne nicht einmal wirklich böse sein. Denn sie hat trotzdem den Vorteil ihrer unsagbaren Schönheit. Knalliges Orange, eine fast unecht wirkende Silhouette und im Hintergrund ein kräftig blauer Himmel. Von weitem wirkten die vielen kleinen und großen Sanddünen fast wie ein zartes Aquarellgemälde.

Bild 61

Sossusvlei Panorama

Sossusvlei

Bild 60

Der Höhepunkt des Tages war allerdings die Sonne am Abend, die sich hinter dem sagenhaften Panorama hinter den Sanddünen ganz langsam, still und heimlich verabschiedete. Mit einem hellerleuchtenden orange-gelb sagte sie wie die Sonne von den Teletubbies „Tubbie Winke Winke“. Nur viel schöner, auf afrikaans und ohne ein grinsendes Babylachen. Zwar konnten wir das Verschwinden nicht bis zum finalen Ende miterleben (da der Park sich natürlich auch an Öffnungszeiten halten muss), jedoch war der halbe Sonnenuntergang bereits ein überwältigendes Erlebnis. Von unseren Logenplätzen, die wir uns auf der Hälfte der Düne reserviert hatten, hatten wir auch einen weitläufigen Blick über die umliegende Landschaft. Bis zur Spitze hatten wir es natürlich nicht geschafft.

Neben der Düne 45 (die 45 Kilometer vom Eingangsbereich entfernt liegt), war das Dead Vlei am nächsten Tag wie die Belegkirsche auf dem Schokoladeneisbecher. Ein Ton-Pfanne mitten in der Wüste. Ausgestorbene Bäume, vertrockneter Boden – Ein i-Tüpfelchen geschaffen von Mutter Natur. An die dort herrschende Ruhe musste man sich aber erst einmal gewöhnen. Ich war mir fast sicher, dass ich mein eigenes Blut im Kopf fließen hören konnte.

Gelernt:
#Lektion 1: Man sollte niemals versuchen auf eine Düne zu rennen. Die Düne gewinnt immer.

Dead Vlei

Sossuesvlei Wueste

Greta Duene

Sossusvlei Sonnenuntergang

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