Finally Windhuk

Als Student ist man es gewohnt, an allen Ecken und Kanten zu sparen (zumindest gibt man sich die meiste Zeit Mühe). Auch beim Fliegen ist das nicht anders. Je günstiger, desto besser. Daher habe ich mich gezwungenermaßen gegen einen entspannten zehnstündigen Direktflug und für eine zwölf Stunden verlängerte, zwei Flugobjekte erweiterte und drei Astronautengerichte überbrückende Reisevariante entschieden. (Das Hühnchen, getränkt in einer deftigen Geschmacksverstärkersoße, war übrigens sehr lecker. Und die kleinen Plastikpäckchen mit wiederrum verpackten Würz- und Erfrischungspäckchen, gaben mir das Gefühl von Weihnachten.) Zurück zum Flug. Ich finde es ziemlich interessant, wie offenherzig einem die Sitznachbarn Handys mit Bildern ihrer Kinder ins Gesicht strecken und sich vor lauter stolz kaum in Worten fassen können. Oder wie elegant Flugbegleiter und wie autoritär Piloten mit ihren Kostümen wirken. Oder wie kuschelig die für die Gäste vorgesehenen Decken auf den Sitzplätzen sind. Sich jedoch immer wieder neu an jedem Flughafen orientieren zu müssen und gestresst von A nach B zu rennen, lässt spätestens nach Airport Nummer drei, die Lust am Beobachten dieser Kleinigkeiten vergehen.

In Johannesburg verließ mich dann auch noch für einen Moment komplett die Orientierung und ich hatte keine Ahnung wo ich war und wohin ich laufen musste. Zwei aufdringliche Männer die mir den Weg zeigen wollten und im Gegenzug Geld verlangten, waren zwar kurzzeitig eine Hilfe, machten die Situation danach aber noch unangenehmer, als sie ohnehin schon war. Das einzig einladende an dem unübersichtlichen Flughafen waren die Plakate, die mir sofort richtungsweisend erschienen. „They call it Africa. We call it home.“

Mehr Glück als Verstand ist es wohl zu verdanken, dass ich schlussendlich um 13.30 Uhr Ortszeit die Landebahn in Windhuk mit einer atemberaubenden Aussicht und zwanzig Minuten Verspätung erreicht habe. Afrika, wie man es sich landschaftlich nicht schöner vorstellen konnte. Wohin man auch den Kopf drehte, winkten einem Postkartenmotive ins Gesicht. Ockergelber trockener Boden und kleine dunkle Büsche, hervorgehoben von den vielen Hügeln im weiten Hintergrund und untermalt durch die strahlende Mittagssonne. Vielleicht war doch etwas Wahres dran, an den Plakaten in Johannesburg.

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